Genderspezifische Suchtbehandlung

Eine Besonderheit unserer Entzugsklinik ist die genderspezifische Suchtbehandlung. Das Therapieangebot findet in überwiegend geschlechtsspezifischen Gruppen statt. Männern und Frauen steht jeweils eine eigene Station zur Verfügung.

Die Abteilung unserer weiblichen Rehabilitanden umfasst 6 Einzelzimmer und 2 Doppelzimmer. Die Zimmer sind mit TV und eigenem Bad ausgestattet. Zudem kann der Aufenthaltsraum für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden. Im Schutz und der Geborgenheit der Frauenabteilung haben Sie die Möglichkeit, Ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Geleitet von Ihrer Bezugstherapeutin und gemeinsam mit den Frauen Ihrer Therapiegruppe können Sie in einem stützenden Miteinander die persönlichen Hintergründe ihrer Suchterkrankung erarbeiten, alternative Verhaltensmuster und Bewältigungsstrategien entwickeln und diese ausprobieren.

Genderspezifische Suchtbehandlung - Gruppentherapie

Geschlechtsdifferenzierte Schwerpunkte in der Therapie der Frauen sind unter anderem:

  • die Würdigung weiblicher Ressourcen und die Unterstützung bei der Wertschätzung des eigenen Geschlechts
  • Thematisierung möglicher Spannungen zwischen der Anpassung und dem Verstoß gegen tradierte, stereotype Rollenbilder
  • Erkennen und Aufarbeiten dysfunktionaler, abhängiger Beziehungsmuster
  • Förderung der Wahrnehmung eigener Bedürfnisse sowie Stärkung der Fähigkeit zur Abgrenzung und zur Konfliktfähigkeit
  • Bearbeitung von Beziehungsstörungen zwischen Mutter und Kind und diesbezüglicher Schuldgefühle
  • Bearbeitung von Gewalterfahrungen

Der besonderen Problematik von alleinerziehenden Elternteilen, die eine stationäre Entwöhnungsbehandlung aufgrund mangelnder Versorgungsmöglichkeiten für die Kinder nicht nutzen können, begegnen wir mit unserem ganztägig ambulanten Angebot.

Cannabisentwöhnung - Gruppentherapie

Geschlechtsspezifische Aspekte der Ursachen, Verläufe und Folgen der Abhängigkeitserkrankung werden in den Bezugsgruppen der Männer ebenfalls gesondert thematisiert, insbesondere:

  • Erkennen von Privilegien und Belastungen stereotyper männlicher Geschlechterrollen
  • Sensibilisierung für die Funktionalisierung des Suchtmittelkonsums zur Aufrechterhaltung von Männlichkeitsidealen
  • Förderung der Wahrnehmung der eigenen Emotionalität und Bedürftigkeit
  • Thematisierung der Bedeutung von Arbeit und Beruf als stabilisierender Faktor, bzw. der Arbeitslosigkeit als suchtbegünstigender Faktor

Im Rahmen der therapeutischen Einheiten in den Bezugsgruppen werden ausgewählte Module oder Methoden aus der geschlechtersensiblen Literatur eingesetzt, z. B. aus dem Manual „Männlichkeit und Sucht“ (Hrsg. LWL Münster).

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